Samstag, 14. April 2012

Wer hat Angst vor Hollywood?


Ich hatte viel von Jean-Luc Godard gehört, und zwar nur Positives, hatte aber nie einen Film von ihm gesehen. Vor kurzem lief im Fernsehen Die Verachtung und ich habe mich dazu entschlossen, den Film anzuschauen, um herauszufinden, warum so viele Kunstliebhaber und Künstler Godard toll finden.

Die Enttäuschung war groß. Selten habe ich so einen oberflächlichen Film gesehen. Godard bringt seine Kritik an Hollywood und die Vermarktunsstrategien der Filmindustrie ziemlich lächerlich und niveaulos zum Ausdruck: Ein europäischer Drehbuchautor „verkauft“ sich an einen US-Produzenten und wirkt bei der Produktion eines Kitsch-Films mit. Der total verblödete Amerikaner zwingt den Europäer nicht nur zur geistigen Prostitution, sondern schnappt ihm auch seine Frau weg. Das erinnerte mich ein bisschen an die Äusserungen mancher Ausländerfeinde: „Die nehmen uns nicht nur unsere Jobs weg, sondern ficken auch unsere Frauen!“

Am Ende des Films gewinnt der Europäer seine Würde zurück, indem er seine Mitarbeit kündigt. Der Amerikaner und die Frau kommen um und Fritz Lang, der bekannte österreichische Filmemacher, übernimmt wieder die Regie! Nicht allein die Handlung bleibt in diesem Film an der Oberfläche, auch die Charaktere sind klischeehaft und haben keine Tiefe. Der Film ähnelt eher einem schlecht geschriebenen linken Flugblatt als einem Kunstwerk. 


(Das kursiv Geschriebene ist hinzugefügt worden.)

Kommentare:

  1. Endlich habe ich es geschafft, dein Blog in meinen Feedreader zu integrieren. Bislang war ich nur unterwegs und war sehr selten am heimischen PC. Das gehört nicht zum Beitrag, aber musste sein!

    Ich mag die Filme von Godard auch nicht, sie sind mir zu oberflächlich und abstrakt - aber da ich kaum dazu komme, mir 'gute' Filme anzuschauen, habe ich mich zu solch einer harschen Kritik, wie du sie geschrieben hast noch nicht durchdringen lassen. Umso besser finde ich, dass nicht alles, was von angeblich tollen Künstlern kommt, hochgejubelt und schöngeredet wird.

    Einen erholsamen Sonntag wünscht, piri

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    1. Danke liebe Piri für deinen Kommentar.

      Ich wünsche dir auch einen schönen Sonntag und viele sonnige Tage.

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